Hygiene im Sandkasten

Wo gehobelt wird, fallen Späne: Kinder kennen in der Regel keinerlei große Berührungsängste, wenn es um das Thema Schmutz geht.

Nach einem herzhaften Spielnachmittag im Sandkasten, haften sandige Überreste wie Orden an ihren Kleidungsstücken – als Auszeichnung und Beweis für ihren kreativen Tatendrang.

Trotzdem können sich in augenscheinlich harmlosen Sandspuren beachtliche Gesundheitsrisiken verbergen.

Jedoch mit der richtigen Pflege bleibt der Sandkasten auch langfristig ein sicherer Spielhort für kleine Kinder.

Neuer Sand – wie frisch aus der Reinigung

Echter Spielsand ist nicht einfach nur eine Marketingmasche, um den Verkauf von Sand Hygieneanzukurbeln.

Neben einer günstigen Zusammensetzung zum Bauen und Graben zeichnet dieser sich durch seine Sterilität aus.

Vor der Auslieferung wird Spielsand gesiebt und intensiv gewaschen, damit eine Belastung durch Keime oder eventuellen Schadstoffen nahezu ausgeschlossen ist.

Aufgrund der gründlichen Filterung bleiben zudem auch Fremdkörper und scharfkantige Steine zurück. Spielsand verklebt unter Druck hauptsächlich mit sich selbst.

Ein großer Aufwand bei der Reinigung von Kinderkleidern muss daher normalerweise nicht betrieben werden.

Doch wie behält neuer Sand auch weiterhin all diese praktischen Eigenschaften?

Der Sandkasten und seine unerwünschten Verehrer

Nicht nur bei Kindern erweckt die Anwesenheit sandiger Hügel Aufmerksamkeit.

Auch viele Tiere, besonders Hunde oder Hauskatzen, fühlen sich von dem weichen Boden geradezu magisch angezogen.

Der Grund für die Attraktion: ein dringliches Geschäft.

Einige Tierarten verscharren mit Vorliebe ihre Fäkalien der Reinlichkeit wegen oder um potentiellen Fressfeinden und Konkurrenten keine Spuren zu hinterlassen.

So landet ohne Gegenmaßnahmen früher oder später der Stuhlgang der netten Nachbarkatze im frischen Spielsand.

Das Hauptproblem ist jedoch nicht etwa die abstoßende Vorstellung, mit den Fingern in tierischen Verdauungsabfällen zu wühlen.

In den Ausscheidungen befinden sich möglicherweise Krankheitserreger oder sogar Wurmeier – eine potentielle Ansteckungsgefahr ist besonders bei Kleinkindern realistisch, da diese gerne zwischendurch die Finger in den Mund nehmen.

Es gibt also viele Gründe, den Lieblingsspielplatz der Kleinen etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Nützliche Abschreckvorrichtungen und Hausmittel helfen, Katzenkot aus der Sandgrube zu verbannen.

Fremdkörpern und Witterungseinflüssen Paroli bieten

Schon allein der Gesundheit wegen gehört eine geeignete Abdeckung zu jedem Sandkasten dazu.

Manchmal handelt es sich dabei um abnehmbare Platten oder Klapptüren, aber in den meisten Fällen kommt eine wasserabweisende Kunststoffplane zum Einsatz.

Steckt erst einmal ein Fremdkörper im Spielsand, bleibt dieser vorerst oftmals unbemerkt.

Nimmt das ganze irgendwann ein Übermaß an, ist es schnell vorbei mit dem komfortablen, samtweichen Bauvergnügen.

Steinchen und Zweige vom letzten Sturm sammeln sich ohne gründliche Reinigung zügig an.

Steht der Herbst vor der Tür, regnet es regelrecht abgeworfenes Laub herab.

Kommt zusätzlich Feuchtigkeit hinzu, schlägt die Stunde der Fäulnisbakterien – und das mitten im Sandkasten.

Aber auch so setzt Nässe Holzbauten langfristig ohne geeignete Schutzlasur stark zu.

Fäule und Schimmel lassen Balken splittern und verunreinigen durch schädliche Mikroorganismen und feine Holzstückchen nach und nach das einst vorbildliche Spielparadies.

Außerdem droht auch Gefahr von unten, denn für die Pflanzenwelt stellt das bisschen Sand kein ernstzunehmendes Hindernis dar.

Existiert kein abtrennender Boden, arbeiten wachsen diese zielstrebig in Richtung Sonnenlicht empor und erweisen sich als recht widerspenstige Gegenspieler bei der dann fälligen Säuberung.

Günstige Bodenvliese als Unterlage gibt es in jedem Baumarkt oder Online-Shop mit Sandkastenzubehör zu kaufen.

Erneuerung des Spielsandes

Wenn alle Mühen vergeblich oder zu spät kommen, hilft nur noch der komplette Tausch der Sandmasse.

So gut der Schutz durch eine Abdeckplane auch sein mag, bereits während der durchgehenden Öffnungszeiten fällt über das Jahr hinweg viel Unrat an.

Besondere Härtefälle stellen diverse Insektenarten wie Ameisen oder gar Sandflöhe dar.

Die chemische Giftkeule kommt wegen der gesundheitlichen Risiken für den Nachwuchs nicht in Frage.

Nur die jährliche Erneuerung des Sandes hält selbst solche zähen Problemfälle fern und erspart eine Menge Stress.

Keime, Pilzbefall, Reste an Kot und Parasiten haben dann keine echte Chance mehr, sich im Spielsand einzunisten und für Ärger zu sorgen.

Für die korrekte Entsorgung gebrauchten Sandes gibt es allerdings einige rechtliche Dinge zu beachten, da gewöhnliche Mülltonnen für das feine Mineralgestein nicht zugelassen sind.