Sandkasten – ab welchem Alter?

Kinder lernen von ihrem ersten Atemzug an unentwegt die Welt, die sie umgibt, kennen.

Koordination der Sehfähigkeit und die Zuordnung von Geräuschen verbessern sich im Laufe der Entwicklung und die Neugierde treibt Babys zu waghalsigen Experimenten an, die manchmal auch schief laufen können.

Der Sandkasten bietet eine sichere und höchst interessante Umgebung für den Nachwuchs und fordert die kleinen Abenteurer auf körperlicher und geistiger Ebene heraus.

Nur wann ist der richtige Moment für den ersten Kontakt mit dem bis dato unbekannten, weichen Mineralhaufen gekommen?

Spielkamerad von klein auf

Von Natur aus suchen Neugeborene das Fremde und Ungewöhnliche – ein notwendiger Prozess in der Entwicklung, um sich perfekt auf das bevorstehende Leben vorzubereiten.

Kein Wunder, dass schon in jungen Jahren Sand schnell zu einer äußerst beliebten Attraktion wird.

Gibt es ihn doch weder im Garten noch im sicheren und geborgenen Zuhause.

Kurz nachdem das Kind die Fähigkeit erlangt, eigenständig auf dem Po zu sitzen, kann es auch die ersten Erfahrungen im Sandkasten sammeln.

Im Schnitt ist es ab dem ersten Geburtstag bereits möglich, wobei natürlich individuelle Unterschiede im Entwicklungsprozess den Zeitpunkt genauer bestimmen.

In diesem Stadium spielt der direkte Kontakt zur Umwelt für die Ausbildung des Immunsystems eine besonders gewichtige Rolle.

Sicherheitsbedenken diesbezüglich braucht es bei hochwertigem, keimfreien Spielsand keine.

Auch wenn in der oralen Phase gerne mal die ein oder andere Probe aus dem Sandkasten dem Gaumen zugeführt wird, bleibt dies normalerweise ohne negative Konsequenzen.

Es gibt keine großen Steine, die eine Erstickungsgefahr begünstigen könnten.

Zudem ist der Sand für einen Sandkasten in der Regel von einer zugelassenen Stelle auf Kindertauglichkeit geprüft und absolut ungiftig.

So behütet und gepolstert ein Kleinkind im Sandkasten auch erscheinen mag, sollten Eltern zum Schutz ihres Nachwuchses stets in Reichweite ihres Schützlings bleiben.

Langeweile kommt dabei garantiert nicht auf.

Es gibt kaum etwas Erfreulicheres, als einem heranreifenden, neuen Leben bei der Entdeckung der unzähligen Wunder zu beobachten, die unsere faszinierende Welt zu bieten hat.

Möglicherweise weckt dies sogar die eine oder andere angenehme Erinnerung an alte Zeiten.

Vom Motorik-Coach bis hin zum sozialen Treffpunkt

Der Sandkasten ist ein äußerst hilfreicher Lehrmeister für die Grob- und Feinmotorik des geschätzten Nachwuchses.

Einfache Griffe in die Sandkörner und diese zwischen den Fingern verrinnen zu lassen, stellt nur den Anfang einer spannenden Reise dar.

Zunächst geschieht dies zwar noch unter strenger Aufsicht und begleitender Hand, aber mit zunehmendem Geschick verselbstständigen sich die kleinen Sandmaulwürfe zusehends.

Schon bald eröffnet passendes Spielzeug neue Möglichkeiten: Staunend werden kleine Formen befüllt und wieder ausgeschüttet, mit einem Rechen Linienmuster in der Sandoberfläche gezogen und sogar Löcher ausgehoben.

Beachtenswert ist dabei der gezielte Einsatz von Werkzeugen, um ein gewünschtes Ziel zu erreichen – eine intellektuelle Leistung, die gezielte Planung und motorische Ausführung einschließt.

Die Ausprägung der Bauten und die Fantasie, der sie entspringen, werden von mal zu mal komplexer.

Mit wachsendem Alter werden nun sogar Absprachen mit ersten Spielgenossen getroffen und erste gemeinschaftliche Projekte aus dem Boden gehoben.

Teamarbeit und neue Freundschaften gewinnen ab dem Alter von 4 bis 5 Jahren immer mehr an Bedeutung.

Bis zum Beginn der Einschulung behält der Sandkasten auch im Kindergartenalter seine enorme soziale Komponente, danach flacht über die kommenden Jahre allmählich das Interesse ab – auch wenn bis zur Vollendung des ersten Lebensjahrzehntes der Sandkasten hin und wieder noch die Aufmerksamkeit einiger Kinder für sich gewinnen kann.